Demenzkranke Menschen in stationärer Pflege

Je nach Ausmaß der Demenzerkrankung ist die Pflege und Betreuung in der häuslichen Umgebung durch Angehörige sowohl psychisch als auch physisch sehr anstrengend. Nicht selten führt die notwendige „rund-um-Betreuung“ zu einer sozialen Isolation der Angehörigen. Reicht die Inanspruchnahme von Entlastungsmöglichkeiten, wie z.B. die Tagespflege, nicht aus, diese Belastungen vertretbar zu reduzieren, ist ein Umzug des Demenzpatienten in eine stationäre Einrichtung unausweichlich.
Durch die Zunahme der Zahl demenzkranker Menschen in stationären Einrichtungen entstehen verstärkt neue Betreuungs- und Therapiekonzepte bis hin zur Unterbringung in Wohngruppen oder beschützenden Stationen. Je nach Ausmaß der Erkrankung sind unterschiedliche Angebote, wie z.B. große  Gemeinschaftsräume oder geschützte "Wanderstrecken" oder die Mitarbeit in Stationsküchen beim Backen oder Kochen, wichtig.
Die Beteiligung der Pflegekasse an den monatlich fälligen Heimentgelten entspricht den Sätzen der stationären Einrichtungen und setzt dabei die Einstufung in eine Pflegestufe voraus:

Folgende Pauschalen werden von den Pflegekassen monatlich gezahlt:

1.064 Euro bei der Pflegestufe 1
1.330 Euro bei der Pflegestufe 2
1.612 Euro bei der Pflegestufe 3
1.995 Euro in besonderen Härtefällen

Die tatsächlichen Kosten der stationären Versorgung (Heimentgelt) werden in einem nur überschaubaren Anteil durch die pauschalen Leistungen der Pflegeversicherung abgedeckt. Die übersteigenden restlichen Kosten sind privat zu zahlen.
Siehe auch Kapitel Pflege in stationärer Einrichtung.
► Die Angehörigen sollten sich viel Zeit für die Wahl der geeigneten Einrichtung nehmen und die in Frage kommenden Einrichtungen besichtigen.
Informationsangebote örtlicher Selbsthilfeorganisationen, wie z.B. Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige, die Alzheimer Gesellschaft (www.deutsche-alzheimer.de) oder andere Anlaufstellen für Demenzpatienten, sollten in die Entscheidung einbezogen werden.

Achtung: Die Aufnahme in eine geschlossene Station ist nur mit Zustimmung des Patienten oder seines beauftragten Betreuers möglich. Ansonsten kann dies eine Freiheitsberaubung bedeuten. Die Ausnahme ist, wenn der Patient eine erhebliche Gefährdung für sich selbst darstellt.