Vorsorgevollmacht und Patienten- verfügung bei Pflegebedürftigkeit

Ein Unfall oder eine lebensbedrohende Krankheit mit einer möglicherweise damit verbundenen Pflegebedürftigkeit können jeden plötzlich und unvermutet treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung kann für solche Situationen vorsorgend sichergestellt werden, dass bei eigener Hilflosigkeit die Angelegenheiten ausschließlich nach dem Willen des Vollmachtgebers geregelt werden.

Es lohnt sich, rechtzeitig darüber nachzudenken, wer in einem solchen Fall vorübergehend oder auch dauerhaft  Einwilligung für die ärztliche Versorgung übernehmen oder auch nur fällige Rechnungen und Mieten anweisen kann.

Achtung: Verwandtschaftsstatus ersetzt keine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung. Ehepartner oder Familienangehörige sind nicht automatisch gegenseitig vertretungsberechtigt. Vielmehr erfordern solche Situationen, einen Betreuer durch das Gericht bestellen zu lassen – dieser kann durchaus aus der eigenen Familie kommen.

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person des Vertrauens ermächtigt, die wichtigen persönlichen und finanziellen Entscheidungen zu treffen, wenn der Vollmachtgeber dies selbst wegen geistiger oder körperlicher Schwäche nicht mehr kann.  Eine rechtswirksame Vorsorgevollmacht setzt voraus, dass der Vollmachtgeber bei der Beurkundung über seinen freien Willen verfügt, also geschäftsfähig ist. Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.betreuungsrecht.hessen.de

► Die notarielle Beurkundung einer Vorsorgevollmacht oder auch einer Patientenverfügung scheint angeraten, wenn größere Vermögen und auch Grundstücke zu verwalten sind.
► Soll die Vorsorgevollmacht zur Einwilligung in medizinische Maßnahmen  oder auch zu einer freiheitsentziehenden Unterbringung des Vollmachtgebers berechtigen, muss diese in jedem Fall schriftlich verfasst sein. Die notwendige Beglaubigung der Unterschriften kann inzwischen in den kommunalen Betreuungsbehörden vorgenommen werden.

Betreuungsvollmachten können weiterhin auch bei den Ortsgerichten am Wohnort beglaubigt werden. In begründeten Einzelfällen ist das Ortsgericht auch zu einem Hausbesuch bereit.

Anerkannte Betreuungsvereine dürfen seit dem 01.07.2005, neben Notaren, Personen beraten, die eine Vorsorgevollmacht errichten wollen. Wo in Hessen  Betreuungsvereine arbeiten,  zeigt die "Soziale Hessenkarte".

Bei einer Patientenverfügung erteilt der Verfügende im Voraus Anweisungen, wie er nach seinem Willen als Patient ärztlich behandelt werden möchte, wenn er nicht mehr in der Lage ist, selbst darüber zu entscheiden. Arzt und Bevollmächtigter oder Betreuer müssen nach den Vorgaben der Patientenverfügung handeln. Damit hat der Verfügende es bis zuletzt in der Hand, sein Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

Nähere Informationen zur Patientenverfügung erhalten Sie auf www.betreuungsrecht.hessen.de und auf den Seiten des Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.